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Countdown-Woche 23: Natürlich hat Laufen mit Meditation zu tun. Aber wie nahe ihre Socken dem Zen-Buddhismus stehen, war Nicole bislang neu. [erscheint auch auf typischich.at]

Ilse Dippmann, Mastermind des Österreichischen Frauenlaufs, hat einmal – und ich hatte das Glück, daneben zu stehen – einen bemerkenswerten Satz von sich gegeben: “Wichtig ist, nie in frisch gewaschenen Socken zu laufen. Nur Socken, die schon einmal eingelaufen und durchgeschwitzt wurden, sind gute Laufsocken.”

Jetzt muss man wissen: Wenn’s die Dippmann nicht gäbe, würde ich gar nicht laufen. Und unzählige andere Frauen hierzulande auch nicht. Falls man als ausgewiesene Skeptikerin überhaupt bereit ist, irgendwen als Guru zu akzeptieren, dann hat die Dippmann somit echtes Guru-Potential. Spätestens durch den Socken-Sager hat sie das bewiesen.

Überprüften wir den Socken-Sager nämlich hinsichtlich seines Logikgehaltes, so finden wir ein waschechtes (oder sollte man sagen “ungewaschenes”?) Paradoxon vor: Ich möge nur in Socken laufen, die ich schon eingelaufen habe – um sie einzulaufen, muss ich aber wohl in ihnen… äh… laufen?
Das hat was von einem Kōan, sprich: von jenen Vexierbild-haften Sinnsprüchen, mit denen Zen-Meister ihre Schüler bei Laune und beim Meditieren halten. Gibt ja kein Facebook im Kloster…

Nun ist Laufen bekannter Maßen eng verwandt mit Meditation! (Fragen Sie nur Günter Heidinger, der hat ein fades Buch zum Thema geschrieben…) Guru Dippmann weiß das, und sie gibt ihren Jüngerinnen Meditationsfutter mit auf die Strecke: Laufend denke ich über das Socken-Paradoxon nach. Komme aber – auch das entspricht dem Wesen des Kōans – zu keiner Lösung.

“Das Problem des Anfangs – als Übergang vom Nicht-Sein ins Sein – ist natürlich einer der ganz großen Knüller der Philosophie – sozusagen ein intellektueller Dauerbrenner”, sagt mein WIENER-Kollege und Berufsphilosoph Peter Klien, “Um es auf den Punkt zu bringen: Diese Dinge [= Leben, Universum, Schwitzsocken etc. - Anm.] sollen keinen Anfang haben; sie müssen aber einen haben.” Puh. Und ich dachte, die größte Herausforderung wären 42 Kilometer…

Anyway, bin mir nicht sicher, wie lange meine Mitbewohner die Ausdünstungen der Kōan-Socken im Vorzimmer tolerieren werden. Zen hin oder her.

CC-BY Imogen Hardy

P.S. Unglaublich, aber wahr: “Nicole läuft” gibt’s jetzt schon seit 15 Wochen. Das muss gefeiert werden! Als Dankeschön für’s Dranbleiben verlose ich ein kleines Goodie-Packerl unter den treuen LeserInnen. Nein, sind keine verschwitzen Socken drin! Hier geht’s ab 1.11.(!) zum Gewinnspiel

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