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Countdown-Woche 16: Au weia. Nicole versucht’s mit Wiedereinstieg. Da helfen nur mehr die Philharmoniker! [erscheint auch auf typischich.at]

Im Briefkasten liegt ein färbiger Zettel, der sich diesmal nicht als Mahnschreiben der Steuerfahndung entpuppt, sondern als gute Nachricht: Das bestellte JuicePlus-Packerl ist da! Also auf zur Post, schon mal das Bio-Doping holen, denn ab dem 1. Jänner will ich wieder die Laufwege Wiens unsicher machen. Oder sie mich. Wie man’s nimmt…

Während die Beamtin am Schalter bereits mein Päckchen sucht, brüllt hinter mir ein Mann ins Handy: “Na, i kum später zaus. Do san no 10 Leut’ vor mir in der Schlange!”.
Ich blicke mich um: Er steht direkt hinter mir. “Oh Gott”, denk ich, “da hab ich wohl deutlich mehr zugenommen, als ich mir eingestehe. Damn you, Vanillekipferl!”

Doch damit ist jetzt Schluß. Warum überhaupt bis zum Neujahrskonzert warten mit dem Wiedereinstieg? Die AirCast-Schiene ist seit Montag unten. Der Dirigent meines Lebens hat die Fermate über der Laufpause wahrlich lang genug gehalten, jetzt soll er mal wieder den Taktstock schwingen und mir einen flotten Strauß-Galopp in die Füße fahren lassen. Dazu brauch ich keinen Musikvereinssaal, nur ein bissl Zeit und die endlosen (*hüstel*) Weiten des Donaukanals vor Augen… Ach, ich hab schon so ein aufgeregtes Kribbeln im Bauch, wenn ich nur daran denke, dass es wieder los geht. Forza! Appassionato!

CC-BY Paul Easton

CC-BY Paul Easton

Hmmm. Naja. Aus dem geplanten Allegro (dt. “schnell”) ist nach den ersten Schritten gleich ein Adagio (dt. “lahmarschig”) geworden. Und vom Affrettando ist nur das (G)frett in der Mitte übrig geblieben… Puh, Laufen ist anstrengend. Hatte ich glatt vergessen. Und seit wann brennen dabei die Fußsohlen? (Con fuoco!) War das schon immer so? Ich hatte ein wackeres “Donaukanal so blau, so blau” auf den Lippen, aber noch vor dem dritten “so blau” ist mir die Puste ausgegangen. Sprunggelenk? Schweigen wir darüber…

Anyway. Das macht alles nichts. Das Eis ist gebrochen. Inzwischen hab ich mich sogar schon ein zweites Mal auf die Strecke getraut. Schönreden völlig zwecklos: So ein Neustart ist grauslich, demütigend und frustrierend. Der – gefühlte – Soundtrack dazu entspricht eher dem Stimmen rostiger Blechbläser als der Strauss’schen Leichtfüßigkeit. (Womit die musikalische Analogie endgültig bis zum Abwinken strapaziert wäre… sorry).

Aber, hey, es geht irgendwie! Nur darauf kommt’s an.

Während mich die echten Philharmoniker sicher auslachen würden, widmen mir die Kopfkino-Philharmoniker ihr Neujahrs-Prosit: “Wir wünschen ein gutes neues Laufjahr 2012, Nicole!” – und das Saalpublikum klatscht mir den Radetzkymarsch zu…

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