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Herzlichen Dank an alle, die bei der Aktion zum Welttag des Buches mitgemacht haben! Das Los hat entschieden: wir haben eine Gewinnerin, nämlich Birgit aus Linz. Ich freu mich und wünsche viel Spaß beim Lesen!

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Goschn halten

„Ein Mensch, der seine Gedanken immer für sich behält, hat vielleicht gar keine.“ (André Heller)

“Andere sind schon für weniger nach Hause geschickt worden”, sagt der Mann. Und recht hat er. Warum mach ich sowas auch? Eben lümmle ich noch auf seinem Sofa herum, wir haben gedämpftes Licht und die obligate Flasche Wein. Keine Ahnung, wie er sich den weiteren Abend vorstellt, aber wie ich ihn mir vorstelle, ist an meinem “Da muss ich mir zwanzig mal die Haare hinters Ohr streichen” ziemlich deutlich erkennbar. “Du bist ja ganz verspannt”, sagt er, “wart, ich massier dir den Rücken.” Tut er auch. Und dabei erzählt er mir romantische Dinge. Vom Sturz des Kapitalismus, von gerechter Bezahlung für Ö1-Journalisten etc. [Anm.: ich lande immer nur auf Sofas von Männern, die sich ein Stück Revolution im Herz bewahrt haben. Das ist auch gut so.] Während er mir also die Schultern mit Kardamom-Öl (aber hallo!) einreibt, flüstert er: “Hast du Schirrmachers Position dazu gelesen? Die macht absolut Sinn.” – “Das tut sie nicht”, murmle ich, “Sie ergibt oder sie hat Sinn. Machen tut sie definitv keinen.”

Ritsch. Man kann richtig hören wie die Nadel, die vorher smooth ihre Runden auf der Vinyl-Scheibe der Verheißungen gedreht hat, plötzlich quer über den Plattenteller scratcht. Nicole, du Trampel, halt doch die Goschn! Aber es geht nicht. “Eine Frau muss kochen und schreiben können”, meinte Freund T. unlängst. Bei Männern bin ich da radikaler: Kochen ist nicht wichtig.

Wir haben noch ein paar Nettigkeiten ausgetauscht und ich war rechtzeitig zur Columbo Wiederholung daheim.

[Herzfrequenz-Kolumne für die WIENERIN 284/ Mai 2013]

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Einen wunderschönen guten Morgen wünsch ich! Wie angekündigt, gibt’s ein Buch zu gewinnen, immerhin ist ja “Welttag des Buches” und ich beteilige mich an der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” von Christina Mettge und Dagmar Eckhardt (hier im Interview).

“Lasst uns den Welttag des Buches gemeinsam feiern – Wir Blogger, Wir Leser, Wir Buch-Fans!”, schreiben die Initiatorinnen auf ihrer FB-Seite. Und so lautet ihr Plan: “Am 23.4.2013, dem Welttag des Buches, veröffentlichen alle teilnehmenden Blogger einen Beitrag, in dem sie ein Buch verlosen. (…) Leser, die diese Bücher gewinnen möchten, kommentieren eure Beiträge. Verlost werden die Bücher am 30. April.”

Soweit, so einfach. Ich verschenke “Nicole läuft” – weil: wenn schon, denn schon ;)

Also an die Tasten, fertig los!

P.S. Mehr zum Welttag des Buches findet sich übrigens auch in meinem Online-Stammbeisl kurier.at: Kollege Marco hat die “Beliebtesten Orte zum Schmökern” gesammelt und @GuidoTartarotti hat dem Thema ein Ohrwaschl gewidmet.

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Kuscheltier A.D.

“Jeder Stand, jede Lebensart hat ihre eignen Sitten.” (Johann Gottfried von Herder, deutscher Dichter, 1744-1803)

Die #aufschrei Debatte hat auch gezeigt, wie mentalitätsabhängig Körperkontakt ist. Und es gilt: When in Rome! Klar wird die italienische Mama einen Gast schneller abbussln als die kühle Blonde aus Hannover. Alter Hut. Diffizil wird’s erst bei den Branchenunterschieden: Kuscheln Architekten mehr als Schlosser? Aber weniger als Zahnärzte? Man weiß es nicht.

Für eine Job-Hopperin wie mich ist das schwierig. Ich komme aus einer Kuschelbranche. Wer stundenlang neben anderen im Ballettstudio steht, drückt sich auch privat körperlich aus. Wir sind in Garderoben haufenweise übereinander gekugelt und haben kollegial jedes müde Wadl massiert, das uns unter die Nase gehalten wurde. Der Sprung vom Tanz zum Theater war da nicht groß. Bei Regiebesprechungen auf einem Kollegenschoß sitzen, sich an der Schulter von Hamlets Mutter anlehnen: Normalität. Hatte man einander onstage an den Haaren gerissen, verfiel man offstage nicht schlagartig in körperliche Distanz. Und nein, grenzüberschreitend war’s nie. Mir kam das immer entgegen. Ich bin ein Kuscheltier.

Aber puh! Journalismus. Das ist eine körperlose Branche, bistdudeppat. Lauter wunderbare Leute um mich, aber niemand knetet Schultern (oder klopft auch nur mal drauf), keiner umarmt spontan eine Grafikerin, rangelt am Gang mit den Wirtschaftsredakteuren… No way!

Das innere Kuscheltier ist furchtbar desorientiert. Dauernd dieser Impuls, die Hand auszustrecken. Werd mich aber hüten. When in Rome.

[Herzfrequenz-Kolumne für die WIENERIN 283/ April 2013]

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Just Beat It

Das Magazin WOMAN (Ausgabe 5/2013) hat mich gefragt, welcher Lauftyp ich bin. Das ist die Antwort.

Vermutlich wußten Sie das nicht, aber ich bin die Ghostwriterin von “Beat It”. Ich weiß noch gut, wie ich mit dem Bierdeckel, auf dem ich die Bassline notiert hatte, ins Studio komme. Quincy [Jones - Anm.] ist begeistert, “Das musst du singen, Baby, das wird ein Welthit!” – “Nein”, wehre ich ab, “Die ganze Aufmerksamkeit stresst zu sehr, lass das lieber den Jackson-Buben machen.” – “Aber, Baby”, sagt Quincy, “Du hast viel mehr Talent. Als Performerin bist du unschlagbar.” – “Ach was”, sag ich, “Der kriegt das schon hin. Gib ihm eine Chance.” Der Rest ist Geschichte. Den Ruhm hatte zwar er, aber dafür lebe ich noch. Und nicht so schlecht. Die Tantiemen fließen auf ein Schweizer Nummernkonto.

Darüber hinaus dürfte das auch die Frage beantworten, welcher Lauftyp ich bin: Ich bin der Typ “Kopfkino”. Weil – können wir offen reden? – laufen ist bissl fad. Entlang der Prater Hauptallee hab ich deshalb nicht bloß Hits komponiert, ich hab auch Medikamente gegen Krebs entdeckt, die Welt vor der Alien-Invasion gerettet und meinem Nachbarn ordentlich die Meinung gegeigt. Eh man sich’s versieht ist man beim Lusthaus, also umdrehen und die ganze Strecke retour…

Und sollte sich ein Product Placement ins Kopfkino einschummeln, so ein hartnäckiges mit Einkehrschwung und Malakofftorte: Beat it!

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